Logo

 

Gymnasium Cäcilienschule Oldenburg

unesco - projekt - schule

 

 

     
Home
     
Übersicht Deutsch
 
 

Sek I

 
Schulcurriculum Sek.I.
Klasse 5
Klasse 6

Kompetenzen:

 
 
Erlasse:
 
 

Sek II

  Abitur-De-2012
 
 
 

Buchempfehlungen 2011/2012

Weihnachten steht vor der Tür – und für etliche Menschen deshalb auch die Frage nach einem passenden Geschenk für liebe Freunde, Verwandte oder Bekannte. Wenn es nicht das Last-Minute-SOS Präsent sein soll, dann bietet sich häufig für lange Winterabende Lesestoff an – und der Gutschein irgendeines Buchhändlers wäre auch langweilig. Ein echtes Buch dagegen ist etwas Haptisches, das der Beschenkte sofort mit einer Emotion bedenken wird und somit auch beim Schenkenden Spannung auslöst, wenn er es ausgepackt, der Titel vorgelesen und testweise ein wenig geblättert wird. Auf den folgenden Seiten habe ich für alle Interessierte meine Empfehlungsliste mit Neuerscheinungen oder ausgezeichneten Büchern dieses Jahres zusammengestellt und hoffe, dass der eine oder andere Titel die Neugier hervorruft, die bewirkt, dass einem sofort jemand einfällt, dem man mit dem Werk einen Gefallen täte – man kann es natürlich auch selbst sein. Gegliedert habe ich die Empfehlungen nach den Kategorien »Romane für Erwachsene«, »Bilderbücher«, »Kinder- und Jugendromane« und »(Bilder-) Sachbuch«.
Viel Freude beim Stöbern!
Siebert


 

PISA - STUDIE 2010

Darstellung & Auswertung der Ergebnisse in Bezug auf den Bereich »LESEKOMPETENZ«

Unser Kollege Christian Schmitt-Langenhahn hat sich die Mühe gemacht und die disjährige PISA-Studie in Bezug auf den Bereich LESEKOMPETENZ ausgewertet.

Nach einer ausführlichen Darstellung und Erläuterung von vielen Einzelergebnissen, steht am Ende seiner Betrachtungen sein persönliches Fazit.

 


 

 1. Lesekompetenz - Vergleich der Schulformen:
"Erwartungsgemäß sind schwache Leserinnen und Leser im Bildungsgang Hauptschule deutlich überrepräsentiert (s.  Tabelle). In  diesem  Bildungsgang erreicht fast die Hälfte nicht die Kompetenzstufe II. Aber auch im Bildungsgang Integrierte Gesamtschule sind etwa 18  Prozent  und  in  Realschulen etwa 10 Prozent schwache Leserinnen und Leser anzutreffen. Lediglich im gymnasialen  Bildungsgang erreichen fast alle Jugendlichen mindestens die Kompetenzstufe II."

2. Einfluss des häuslichen Hintergrunds:
"[...]  wird  ersichtlich,  dass  der  Anteil  schwacher Leserinnen  und  Leser  sowohl  mit  dem  Vorhan-densein  eines  Fernsehers  im  eigenen  Zimmer  beziehungsweise  einer  Spielekonsole  zusammen-hängt  als  auch  mit  dem Vorhandensein literarischer Texte und Hörbüchern, und zwar in gegenläufiger Richtung. Unter den Schülerinnen und Schülern mit eigenem Fernseher im Zimmer befinden sich etwas  mehr  Jugendliche  (etwa  21  Prozent),  deren  Lesekompetenz  unter  Kompetenzstufe II  anzusiedeln  ist,  als  in  der  deutschen  Stichprobe  insgesamt  (18.5  Prozent).  Umgekehrt liegt der Anteil der schwachen Leserinnen und Leser unter den Jugendlichen ohne eigenen Fernseher im Zimmer mit lediglich etwas über 11 Prozent deutlich unter dem deutschen Durchschnitt. Für das Vorhandensein einer Spielekonsole ist ein ähnliches Muster zu erkennen. Im  Gegensatz  dazu  gilt,  dass  in  Haushalten,  in denen  Hörbü-cher,  Bücher mit Gedichten  und  klassische  Literatur  vorhanden  sind,  der  Anteil  von  Schülerinnen  und Schülern  auf  den  Kompetenzstufen  Ia  und  unter  Ia  mit  jeweils  etwa  acht  Prozent,  neun Pro-zent und sieben Prozent sehr deutlich unter dem deutschen Durchschnitt liegt."
 
Kann man also sagen, dass der Einfluss des Elternhauses eine wesentlich größere Rolle für die Lese-kompetenz spielt als der "kompetenzorientierte Unterricht"?
3. Gesamtpunktzahl - Schaut man auf das Gesamtergebnis "Lesekompetenz", dann ergibt sich folgendes Ergebnis:

4. Unterscheidung nach Kompetenzstufen
"Die  mittleren  Kompetenzen  der  vier  Bildungsgänge  unterscheiden  sich  erwartungsgemäß deutlich voneinander. Dabei liegt der Mittelwert des Hauptschul-Bildungsgangs  mit  411  Punkten  gut  zwei  Kompetenzstufen  unter  dem  Mittelwert  der Gymnasien  mit  575  Punkten.  Schülerinnen  und  Schüler  im  Gymnasium  liegen  im Durchschnitt damit auf dem Niveau der Kompetenzstufe IV, während das mitt-lere Niveau von  Schülerinnen  und  Schülern  des  Bildungsgangs  Hauptschule  auf  Kompetenzstufe  II angesiedelt  ist.  Die  Kompetenzen  im  Bildungsgang  Realschule  (498  Punkte)  und  in  der Integrier-ten  Gesamtschule  (479  Punkte)  liegen  zwischen  diesen  beiden  und  vergleichsweise  nah  zusam-men.  Dennoch  ist  ein  signifikanter  Vorsprung  der  Jugendlichen  im Bildungsgang  Realschule  ge-genüber  denjenigen  in  der  Integrierten  Gesamtschule  nachweisbar.  Das  Durchschnittsniveau  des  mittleren  Bildungsgangs  fällt  gerade  in  den Kompetenzbereich  der  Kompetenzstufe  III  (unteres  Drittel),  wohingegen  die  Integrierte Gesamtschule am oberen Rand der Kompetenzstufe II angesiedelt ist."
 
Das heißt, wenn ich richtig lesen kann, die Gesamtschüler lesen und verstehen Texte im Durchschnitt nur unwesentlich besser als Hauptschüler! Ein grandioser Erfolg dieser Schulform!
 
Dies zeigt auch das nachfolgende Schaubild!

Zwar wird deutlich, dass auch auf dem Gymnasium überforderte Kinder sind, doch gibt es in der Gesamt-schule trotz eines bestimmten Anteils an Gymnasialempfohlenen deutlich weniger Schüler im Spitzenbe-reich als in der Realschule! 0% der Gesamtschüler erreichen en Exzellenzbereich VI!

5 Bedingung
Ein gegenteiliges Bild erhält man jedoch, wenn es um die Ressourcenausstattung an Schulen geht:
"Bei  der  Aufschlüsselung  nach  Schularten  zeigt  sich,  dass  Schulleitungen  an  Integrierten Gesamt-schulen vergleichsweise günstige (M = 1.07), Schulleitungen an Schulen mit mehreren  Bildungsgängen  vergleichsweise  ungünstige  (M  =  -0.17)  Bedingungen  hinsichtlich der  Verfügbarkeit  von  qualifizier-ten Lehrpersonen berichten."

6. Entscheidungsspielräume
Interessant ist außerdem das Ergebnis hinsichtlich der Entscheidungsspielräume bei der Ausformulierung der Curricula:
" Die Entscheidungsspielräume bei der Gestaltung des  Curriculums  sind  vor  allem  am  Gymnasium  vergleichsweise  gering  ausgeprägt (M  =  -0.48)  und  liegen  unterhalb  jener  an  Hauptschulen,  Inte-grierten  Gesamtschulen und  Realschulen."

7. Erfahrung mit standardisierten Testverfahren
Darüber hinaus schneidet das Gymnasium weit besser bei PiSA ab, obwohl (oder weil?) man im Gymnasium (Kategorie  „Nie“:  81.5  Prozent)  weit weniger  standardisierte  Testverfahren einsetzt als  Schulen  mit  mehreren  Bildungsgängen  (27.5  Prozent),  Integrierte Gesamtschulen  (37.4  Prozent)  und  Realschulen  (47.6  Prozent). 

8. Individuelle Förderung - Fachunterricht in der Herkunftssprache (Migrantenkinder)
Das Ergebnis der Realschulen ist umso beachtlicher, als "Integrierte Gesamtschulen und Hauptschulen eine besonders breite Förderung anbieten können. Im Vergleich zu Realschulen und Gymnasien kommen in den Integrierten Gesamtschulen der Förderunterricht in der Landessprache sowie der Fachunterricht in der Herkunftssprache deutlich häufiger vor; in den Hauptschulen ist es die Reduktion der Klassengröße."
"Da  Hauptschulen  mit  38.5  Prozent  und  Integrierte  Gesamtschulen  mit  27.1  Prozent besonders  hohe  Anteile  von  Schülerinnen  und  Schülern  mit  Migrationshintergrund  unter den Fünfzehnjährigen aufweisen, ist die größere Häufigkeit der Maßnahmen in diesen Schularten  plausibel.  Allerdings  finden  sich  auch  in  Realschulen  (26.2  Prozent),  Schulen mit mehreren Bildungsgängen (22.1 Prozent) und Gymnasien (19.2 Prozent) bedeutsame Anteile  von  Schülerinnen  und  Schülern  mit  Migrationshintergrund.  Die  Chance  dieser Jugendlichen,  mittlere  und  höhere  Schullaufbahnen  erfolgreich  zu  absolvieren,  könnte möglicherweise  steigen,  wenn  Förderangebote  auch  in  diesen  Schularten  verstärkt  angeboten würden."

9. Klassenführung
"Auffällig ist bei PISA 2009, dass Schülerinnen und Schüler an Integrierten Gesamtschulen die  Unterrichtsqualität  sowohl  bezüglich  der  Klassenführung  (M  =  0.46)  als  auch  der kognitiven Aktivierung  höher  einschätzen,  als  dies  die  Schülerinnen  und Schüler der anderen Schularten hinsichtlich der Klassenführung und  der  kognitiven  Aktivierung  tun." 
Das heißt also, obwohl sich die Gesamtschüler stärker als die Schüler anderer Schulformen (Realschule, Gymnasium) "kognitiv aktiviert" fühlen, schneiden sie faktisch schlechter ab als Gymnasiasten und auch Realschule!
 
10. Innere Differenzierung
"Differenzierungspraktiken  sind  im  Deutschunterricht  an  Integrierten  Gesamtschulen erwartungsgemäß  am  stärksten  verbreitet  (Skalenmittelwert:  M  =  2.15),  da  dieses  pädagogische  Konzept  dort  von  besonderer  Bedeutung  ist.  Am  Gymnasium  hingegen,  der  selektivsten  Schulart in  Deutschland,  finden  sich  Differenzierungspraktiken im Deutschunterricht der  9. Jahrgangsstufe seltener als in den anderen Schularten."
 
Trotz stärkerer innerer Differenzierung hat die Gesamtschule deutlich weniger Schüler, die eine gute oder sehr gut Leistung erbringen als die Realschule oder das Gymnasium. Was geschieht eigentlich mit den gymnasialempfohlenen Schülern bis zum 9. Schuljahr. Die Differenzierung führt scheinbar aber nicht dazu, dass besonders gute Schüler auch entsprechend gefördert werden. Die Realschule schafft es signifikant besser, Schüler so zu fördern, dass sie gute Leistungen erbringen können (vgl. oben)
 
11. Leseförderung
"Vor allem an Gymnasien werden häufiger auch mehr Bücher gelesen: 37.8 Prozent der Lehrpersonen an Gymnasien geben an, drei oder mehr Bücher im  Deutschunterricht  zu  lesen,  an  Integrierten  Gesamtschulen  sind  es  18.7  Prozent."

12. Individuelle Förderung
"Die  Unterstützung  durch  die  Lehrperson  wird  von  Schülerinnen  und Schülern an Integrierten Gesamtschulen und Schulen mit mehreren Bildungsgängen besonders positiv bewertet, die individuelle Bezugsnormorientierung ist an den Schulen mit mehreren Bildungsgängen sowie an Integrierten Gesamtschulen besonders ausgeprägt."

13. Schwerpunktsetzung des Deutschunterrichts
"Betrachtet  man  die  inhaltlichen  Schwerpunkte  des  Deutschunterrichts auf  der  Basis  der  in  den  Bildungsstandards  für  das  Fach  Deutsch  (KMK,  2004)  beschriebenen   Kompetenzbereiche,   zeigen   sich   schulartspezifische   Schwer punkte:   An Hauptschulen  liegt  einer  der  Schwerpunkte  auf  dem  Hörverstehen,  an  Gymnasien  fokussieren  die  Lehrpersonen  eher  auf  das  Arbeiten  mit  Literatur,  Aufgabenstellungen im  Bereich  der  Rhetorik  sowie  Schreibaufgaben."
 
 
Fazit: Trotz stärkerer individueller Förderung, besserer Ausstattung, einem größeren Entscheidungsspielraum bei den Lehrplänen, größerer Erfahrung mit standardisierten Testverfahren kommt die Gesamtschule nicht auf das Niveau einer Realschule. Die Behauptung, dass in heterogenen Lerngruppen alle besser lernen, lässt sich nicht nachweisen. Im Gegenteil: Der Pisa-Test legt nahe, dass andere Faktoren für die "Lesekompetenz" eine viel größere Rolle spielen:

• Leseerfahrungen in der Kindheit und Jugend
• als negativer Faktor: Fernseher bzw. Spielkonsole im Kinderzimmer
• Ausrichtung des Unterrichts: Literaturunterricht, Rhetorik, u. a. (na so etwas, also doch Unterrichts"inhalte"?!)

Die Faktoren:

• gefühlte individuelle Förderung
• Prozessorientierung
• Fachunterricht in der Muttersprache
• u.a. (vgl. oben)
scheinen hingegen keine so große Rolle zu spielen, als dass sie die Gesamtschule auf das Realschulniveau heben würden. Der Abstand zum Gymnasium hingegen ist schon gravierend!
 
Das passt aber leider nicht in das ideologische Bild!


 

 

 
 
 
 
Top - cedit   Impressum  

Letzte Änderung: 14.11.11 17:39 von Wl