Sicherlich habt ihr selbst schon einige Arbeitsformen
entwickelt, mit denen ihr die Schularbeit gut bewältigen könnt.
Die gymnasiale Arbeit verlangt aber zunehmend selbständiges und
gut organisiertes Arbeiten von euch. Die Anforderungen sind also jetzt
höher. Da kann es nicht schaden, sich bei seiner Arbeitstechnik
zu verbessern. Unerlässlich ist für euch spätestens
ab jetzt eine Grundausstattung an Arbeitsmaterial: verschiedene
Stifte, ein Schreibblock, ein Hausaufgabenheft und ein Terminplaner.
Macht euch immer einen genauen Wochen- und Monatsplan!
Tipp 1:
Ein fester, organisierter Arbeitsplatz!
Man braucht einen festen Arbeitsplatz, an dem nur
für die Schule gearbeitet wird. Dazu benötigt man nicht
unbedingt gleich ein eigenes Zimmer, aber ständig einen Platz
in einem Raum, in dem man ungestört arbeiten kann.
Keine Störung während des Lernens!
Das ist den meisten klar. Aber: eine wissenschaftliche
Studie belegt, dass Musik hören die Konzentration stört
und man langsamer arbeitet. Dabei ist es egal, ob man Pop, Klassik
oder Rock hört. Auch wenn manche sagen, sie könnten nur
mit Musik arbeiten, ist dies Einbildung. Musik gehört nur in
die Arbeitspausen.
Ein gemütlicher Arbeitsplatz!
Der Arbeitsplatz sollte so gemütlich wie möglich
und nach euren Vorstellungen gestaltet sein! Je angenehmer ihr die
nächste Umgebung empfindet, um so weniger Widerwillen kommt gegen
das Lernen auf.
Feste Arbeitsgewohnheiten verbessern die Leistungsfähigkeit!
Dazu gehört neben festen Arbeitszeiten eine
klare und feste Schreibtischordnung und eine Reihe Zubehör,
das alltägliche Werkzeug: Schreibzeug, Papier und genügend
Schmierpapier, Lineal, Bleistift und Spitzer, Radiergummi, Filzschreiber,
Kleber, Büroklammern, Pinwandnadeln....
Ordnung mit System auf dem Schreibtisch halten!
Nur benötigtes Material gehört auf den
Schreibtisch. Alles andere stört und lenkt ab. So sieht z.B.
ein ???Profi-Arbeitsplatz“ aus:
Dies ist nur eine Möglichkeit, es gibt
auch andere! Natürlich kann sich jeder sein System schaffen,
aber wichtig ist es, überhaupt eins zu haben.
Tipp 2:
Gute Arbeitsorganisation: Feste Arbeits- und Pausenzeiten
Der Lerneinstieg: Zehn bis fünfzehn Minuten
Anwärmzeit.
Zunächst muss sich das Gehirn überhaupt
auf Lernen einstellen und sich lösen von dem, was ihr kurz vorher
getan habt. Diese Umstellung braucht Zeit. In der ersten Viertelstunde
kann man deshalb verhältnismäßig wenig leisten. Danach
steigt die Leistungsfähigkeit schnell an und sinkt nach etwa
30 Minuten wieder leicht ab. Nach 45 Minuten solltet ihr eine kurze
Pause einlegen.
Einteilung der Hausaufgaben:
Aufgaben in Portionen von 15-30 Min.
Dazu nehmt euch am besten das Hausaufgabenheft
vor und überlegt, wie sich die Aufgaben in sinnvolle und überschaubare
Portionen einteilen lassen – das kann schon gleich in der Schule
geschehen. Dabei sollte jede Portion so gewählt werden, dass
sie in etwa fünfzehn bis dreißig Minuten Arbeitszeit zu
schaffen ist.
Man kann die Aufgaben auch auf kleine Zettel schreiben
und diese in der vorgesehenen Reihenfolge an ein Pinbrett heften.
Nachdem eine Aufgabe geschafft ist, entfernt man sie vom Pinbrett.
Das schafft einen sichtbaren Erfolg, der anspornt.
Beginnt stets mit etwas Leichtem!
Nach den zirka fünfzehn Minuten Anwärmzeit
sollten die schwierigsten Aufgaben erledigt werden, gegen Ende wieder
etwas leichtere und zum Schluss noch einmal eine etwas härtere
Nuss (s. Abb.)
Mündliches und Schriftliches abwechseln!
Hierbei steht ???S“ für Schriftliches
und ???M“ für Mündliches. Diese S und M werden in
die Arbeitsverlaufkurve in der kleinen Grafik eingesetzt. Die Größe
der Buchstaben soll anzeigen, wie schwierig und umfangreich eine Aufgabe
ist.
Nach Mahlzeiten nur geringe Leistungsfähigkeiten!
Nach einer Hauptmahlzeit solltet ihr mit dem Lernen
noch etwa eine Stunde warten und in dieser Zeit etwas tun, das euch
auf angenehme Weise entspannt.
Natürlich kann man auch gleich nach dem Essen
anfangen, aber in dieser Zeit wird das meiste Blut zur Verdauung gebraucht
und man ist träge und eher müde. Um wirklich gute Lernleistungen
zu vollbringen, benötigt man dann eben viel mehr Zeit.
Pausen sind notwendiger Bestandteil der Arbeitszeit!
Das Gehirn veranlasst uns mitten in der Arbeit
mitunter zu Tagträumen. Es handelt sich dabei um eine sogenannte
???unbewusste Pause“, die von Zeit zu Zeit automatisch eintritt,
etwa dreißig Sekunden andauert und die nicht unterdrückt
werden sollte, weil sie eine Art Ventil darstellt, mit dessen Hilfe
sich dein Körper kurzfristig erforderliche Entspannung schafft
Ein schlechtes Gewissen kann man sich bei den unbewussten wie
auch bei allen sinnvoll eingelegten Pausen sparen.
Tipp 3:
Aktiv mitarbeiten und freies Sprechen im Unterricht – gegen ???Hänger“
und Langeweile.
Wenn ihr das Gefühl habt, der Unterricht geht an euch vorbei oder ihr habt etwas nicht verstanden, hilft das Abschreiben vom Banknachbarn oder gar Stören und Albernsein nicht weiter. Anstatt euch aus Bequemlichkeit oder aus Angst zurückzuziehen, solltet ihr eure Scheu überwinden und euch melden.
Sagt genau, von wo ab ihr die Aufgabe nicht mehr verstanden habt oder was euch stört. Eure Lehrer werden es euch sicherlich noch mal erklären und darauf eingehen. Was glaubt ihr, wie froh viele eurer Mitschüler sind, die ebenfalls nicht mitgekommen sind, aber zu bequem oder zu feige zum Fragen waren!
Aktive Mitarbeit heißt zuhören, mitdenken, mitreden, Fragen stellen!
In der Regel müsst ihr in der Schule mehr Fragen beantworten als stellen. Wer zu den Schülern gehört, die meist gewissenhaft lernen und sich ordentlich vorbereiten, aber trotzdem aufatmen, wenn nicht sie, sondern ein Mitschüler ausgefragt wird, sich also scheut vor der Klasse zu sprechen, sollte einmal versuchen, zu Hause ganz für sich allein »Schule« zu spielen.
Man stellt sich vor, vom Lehrer aufgerufen worden zu sein und vor der Klasse zu stehen. Nun trägt man vor, was man vorbereitet hat. Am besten kann man sich beurteilen und verbessern, wenn man sich auf Tonband aufnimmt. Sicherlich stellt ihr bald fest, dass euch diese häuslichen Proben helfen, im Unterricht selbstbewusster anzutreten.
Tipp 4:
Der Umgang mit Lehrern und Mitschülern
Wie in jedem Beruf gibt es auch unter Lehrern einige,
die euch nicht so gut gefallen werden, aus welchen Gründen auch
immer. Zum Glück sind das nur wenige. Diese muss man eben ertragen
- mehr ist dazu nicht zu sagen. Die Mehrzahl eurer Lehrer aber ist
grundsätzlich bereit, ein gutes Verhältnis zu ihren Schülern
aufzubauen und zu pflegen.
Das gleiche gilt auch für eure Mitschüler.
Nicht alle werden euch auf Anhieb sympathisch sein oder für
euch ihr Interesse zeigen. Hier gilt es, sich gegenseitig in seinem
Anderssein zu akzeptieren und zu respektieren. Es geht also um die
Beachtung allgemein gültiger Umgangsformen unter Menschen,
die sich gegenseitig ernst nehmen.
Verletzende Äußerungen bereinigen!
Sollten sich verletzende und herabsetzende
Äußerungen in einer Klasse oder durch einen Lehrer häufen,
muss die Person daraufhin angesprochen werden - am besten direkt oder
nach der Stunde, wenn der erste Zorn verflogen ist. Wenn ein Gespräch
jedoch abgelehnt wird, sollten Eltern oder Vertrauenslehrer eingeschaltet
werden. Eure Klassenlehrer behandeln die Thematik noch genauer im
Unterricht.
Gute Mitarbeit im Unterricht
führt oft zu einem anständigen Arbeitsklima zwischen Klasse
und Lehrer. Dann bleibt auch eher Zeit, um Schulprobleme allgemeiner
Art im Unterricht zu besprechen.
(Weitere
und ausführliche Informationen hierzu findet ihr in: Wolfgang Endres: Gewusst wie, bewährte Lerntipps für Schülerinnen
und Schüler, Studienhaus St. Blasien, Sparkassen Schulservice.) |
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Im Team geht es dabei oft besser und
effektiver, aber habt auch ruhig den Mut, einmal gegen den
Strom zu schwimmen, wenn ihr davon überzeugt seid!
Egal, worum es geht: ob um ungerechte Behandlung,
Klassenarbeitstermine, Zensuren - ein persönliches sachliches
Gespräch mit dem Lehrer oder Mitschüler ist ein
Ansatzpunkt, um das Verhalten auf euer und eurer Mitschüler
Interesse hin zu beeinflussen. |
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