Die folgenden Angaben über ADHS stammen aus einem Vortrag über deren Symptomatik, Erklärungsansätze und Interventionsmöglichkeiten durch die Referenten Dipl.-Psych. Satyam Antonio Schramm und Dipl.-Psych. Timo Hennig vom Institut für Sonder-und Rehabilitationspädagogik und Rehabilitationspsychologie der Uni Oldenburg. (GK vom 29.09.2008)
Das o.g. Institut bietet uns mit dieser Initiative eine enge Zusammenarbeit an, bei der Unterstützung im Umgang mit "ADHS-Kindern" psychologische Hilfe zu leisten.
• Unaufmerksamkeit
• Hyperaktivität
• Impulsivität
ADHS ist eine krankhafte Störung, die zwar biologische Ursachen hat, aber ihre Entwicklung und Verstärkung erst in einem bio-psycho-sozialen Geflecht erfährt. Sie beginnt im frühen Kindesalter und zeigt sich bis ins Erwachsenenalter. Die den Leidensdruck der Betroffenen bedingenden Probleme resultieren vor allem aus der 'ungünstigen Passung' zwischen Mensch und Umwelt.
Das Ursachengeflecht ermöglicht eine Behandlung auf zwei Ebenen. Um die biologischen Ursachen zu beeinflussen, können Psychopharmaka verabreicht werden, die die Exekutivfunktion des Großhirns stärken und die Motorik normalisieren. Die Gabe von Medikamenten ist nicht unumstritten, wobei es bisher keine Untersuchungen gibt, die die Befürchtungen belegen kann. Als zweite Maßnahme bietet sich an, eine kognitive Verhaltenstherapie einzuleiten, die die Selbstorganisation der Betroffenen verbessert. Diese ist allerdings nicht ohne Mithilfe aus dem Elternhaus und der Schule möglich. Schule und Elternhaus müssen also beraten werden und den Prozess aktiv unterstützen.
Dies bedeutet für uns, dass ein Kind, das an ADHS erkrankt ist, als solches auch angenommen wird und eine besondere Unterstützung braucht. Inwiefern diese im Schulalltag geboten werden kann, hängt von der Bereitschaft der Betroffenen ab, alles zu versuchen, die gezeigten Möglichkeiten auch umzusetzen. (Wl)